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"Er brillierte auf dem nur scheinbar schwerfälligen Instrument, das mit seiner eigentümlichen Klangfärbung zwischen naturhaft hölzern, fast wie eine Stimme singend und kraftvoller Expressivität einen ganz eigenen Reiz erzeugt. Bei Jensen glaubte man, sich einmal an eine tiefe Orgelpfeife, einmal an klagenden Vogelruf, dann an ein festliches Horn oder schließlich an ein Saxophon erinnert, obgleich er nicht immitierte. Der Eigencharakter blieb stets bestimmend. ...
Robert Schumanns (1810-1856) Fantasiestücke Op.73 wurden ursprünglich für Klarinette oder Cello geschrieben. Doch das Fagott erwies sich unter Dag Jensen für den Ausdruck der Kompositionen als tragfähig und dem romantischen Charakter vielleicht sogar besser zuträglich.
Dann folgten die eigens für den Künstler verfassten Imprompti des 1936 geborenen Komponisten und Musikprofessors Manfred Schoof. In langen, fragenden, tief echolotenden Phrasen ertönt das Fagott nicht unähnlich einem Saxophon. Vergleiche zwischen den Norwegern Jensen und seinem "Kollegen" von der Jazzmusik Jan Garbareck drängten sich gleichsam auf. ...
... bei der raumgreifenden, einnehmenden Sonatine von Charles Koechlin (1867-1950). Ganz leise, gleichsam hintergründig war hier tiefe Dramatik zu spüren, so daß man dem hervorragend interpretierten Werk nur mit Herzklopfen zuhören konnte."

(Lauterbacher Anzeiger, 12.9.1994)