schliessen Drucken
Nach Oben

"Das Konzert für Fagott, Streichorchester, Harfe und Klavier stammt von 1954. Ein stilistisches Sammelsurium bemüht Jolivet für den absoluten Star dieser Musik, nämlich das Fagott. Wie ein aufgeblasener Pfau schlägt das einzige Blasinstrument Rad aus prunkvollen Arpeggien, bewegt sich zu Ragtime-ähnlicher Rhythmik. Seine Flexibilität und Virtuosität gibt das Instrument gleich bei den kadenzartigen Episoden der Intrada ab, als eloquenter Evangelist im begleiteten Rezitativ.
Im Largo sucht der Bläser über schwebender Harmonik des seidigen Streicherklanges die erste Geige als Gesprächspartner, bevor der geradezu temperamentvolle Wallberg attacca das Fagott im Fugato auf die Rennpiste schickte: der Solist muß sein Instrument in die Höhe würgen, um dann in die tiefste Lage abzustürzen. Dag Jensen hieß der fingerfertige Fagottist, ein Norweger, der beinahe zehn Jahre im Kölner RSO die Solo-Stelle besetzte. Nun bekam er Blumen - und die einzigen Bravi des Abends."

(Kölnische Rundschau, 9.3.1998)

"... Fagottkonzerts von André Jolivet, einem der bedeutenden Vertreter der in den 30er Jahren so eigenwilligen Gruppe der "Jeune France". In der Kombination mit Harfe und Klavier bilden die Streicher einen sehr prägnanten Hintergrund - ohne Bläser -, der dem Solisten gestattet, sich und sein Instrument trotz des sehr dichten Klangnetzes, das seine Tutti-Kollegen auswerfen, zu profilieren. So konnte sich auch Dag Jensen, im Orchester normalerweise Solofagottist, hier in einer virtuosen, ausdrucksstarken und auch kapriziösen Rolle zusammen mit Wallberg und dem Orchester mit vollem Recht bejubeln lassen."
(Kölner Stadt-Anzeiger, 9.3.1998)

"Brillanter Dag Jensen
Der Solist, der Norweger Dag Jensen, Solofagottist des Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchesters, zeigte sich als Virtuose von hohen Graden. In höchstem Maße spielfreudig, meisterte er die immensen Schwierigkeiten scheinbar mühelos, sein Ton ist warm, rund und biegsam. Zu Recht wurden er und seine ausgezeichneten Mitstreiter in der ausverkauften Festhalle mit anhaltendem Applaus gefeiert."

(R.P., 7.3.1998)

"... welch einen prägnanten dunklen Klang wußte Dag Jensen hervorzuzaubern: So wunderbar sonor selbst in tiefsten Tiefen gestaltete er die Töne, so daß deren vibrierende Frequenzen zu einem wohligen Kribbeln im Bauch führen mußten."
(Kieler Nachrichten, 7.10.1995)

"Er brillierte auf dem nur scheinbar schwerfälligen Instrument, das mit seiner eigentümlichen Klangfärbung zwischen naturhaft hölzern, fast wie eine Stimme singend und kraftvoller Expressivität einen ganz eigenen Reiz erzeugt. Bei Jensen glaubte man, sich einmal an eine tiefe Orgelpfeife, einmal an klagenden Vogelruf, dann an ein festliches Horn oder schließlich an ein Saxophon erinnert, obgleich er nicht immitierte. Der Eigencharakter blieb stets bestimmend. ...
Robert Schumanns (1810-1856) Fantasiestücke Op.73 wurden ursprünglich für Klarinette oder Cello geschrieben. Doch das Fagott erwies sich unter Dag Jensen für den Ausdruck der Kompositionen als tragfähig und dem romantischen Charakter vielleicht sogar besser zuträglich.
Dann folgten die eigens für den Künstler verfassten Imprompti des 1936 geborenen Komponisten und Musikprofessors Manfred Schoof. In langen, fragenden, tief echolotenden Phrasen ertönt das Fagott nicht unähnlich einem Saxophon. Vergleiche zwischen den Norwegern Jensen und seinem "Kollegen" von der Jazzmusik Jan Garbareck drängten sich gleichsam auf. ...
... bei der raumgreifenden, einnehmenden Sonatine von Charles Koechlin (1867-1950). Ganz leise, gleichsam hintergründig war hier tiefe Dramatik zu spüren, so daß man dem hervorragend interpretierten Werk nur mit Herzklopfen zuhören konnte."

(Lauterbacher Anzeiger, 12.9.1994)